Migrantenbetriebe setzen auf Ausbildung – Wie die hmb hanseatic messebau GmbH

„Der Mangel an qualifiziertem Personal macht auch vor jenen Betrieben nicht Halt, deren Inhaber ausländische Wurzeln haben. Immer mehr dieser Unternehmen nutzen darum die Möglichkeit, ihre Fachkräfte selbst auszubilden.

Viele Menschen mit Migrationshintergrund haben sich selbstständig gemacht und sind aus dem Wirtschaftsleben unserer Stadt nicht mehr wegzudenken. Dies betrifft schon längst nicht mehr nur die „klassischen“ Branchen wie Gastronomie, Obsthandel und Änderungsschneiderei. In nahezu allen Bereichen bringen Migranten als Unternehmer kreative Ideen ein, die sie in wirtschaftliches Handeln umsetzen und somit Wachstum generieren. Was die genaue Zahl der Mitgliedsunternehmen der Handelskammer betrifft, deren In­haber ausländische Wurzeln haben, können nur Schätzungen weiterhelfen, denn „Migra­tionshintergrund“ ist kein Selektionsmerkmal. Sicher hingegen ist, dass in Hamburg rund 3500 Tochterunternehmen ausländischer Gesellschaften ansässig sind. Darüber hinaus stehen bei über 10000 Betrieben ausländische Staatsbürger an der Spitze. Werden jene Unternehmen mitgezählt, die von deutschen Staatsbürgern mit ausländischen Wurzeln geführt werden, erhöht sich diese Zahl noch einmal deutlich.

Ebenso wie bei der Existenzgründung gewinnen Unternehmen mit Migrationshintergrund auch beim Thema „Ausbildung“ zunehmend an Bedeutung. Dass der Anteil ausbildender Migrantenbetriebe derzeit noch unter der Quote deutscher Unternehmen liegt, ist nicht zuletzt darauf zurückzuführen, dass das System der dualen Berufsausbildung in den Herkunftsländern der Firmeninhaber zu meist nicht bekannt ist. Wenn überhaupt, gibt es dort Berufsausbildungssysteme, die aufgrund der fehlenden betriebspraktischen Komponente nicht mit der dualen Berufsausbildung in Deutschland vergleichbar sind. „Um migrantische Betriebe für die Ausbildung zu gewinnen, müssen Unwissenheit und Schwellenängste abgebaut werden“, sagt Mehmet Keskin, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft selbstständiger Migranten e.V. An der Gründung ihrer Vorgängerorganisation, der Arbeitsgemeinschaft türkischer Unternehmer und Existenzgründer e.V., war die Handelskammer im Jahr 1998 maßgeblich beteiligt. „Seit damals ist es uns gelungen“, so Keskin, „über 1000 Ausbildungsplätze bei Betriebsinhabern mit ausländischen Wurzeln zu akquirieren.“ Einer von ihnen ist Ömer Özgüc, Geschäftsführer der hmb hanseatic messebau GmbH, der seit 1995 ausbildet. „Zurzeit haben wir zwei Auszubildende“, sagt er. „Der eine erlernt den Beruf des Veranstaltungskaufmannes, der andere wird Gestalter für visuelles Marketing.“ Zudem bildet Özgüc einen dualen Studenten aus. Vor allem in seiner Branche sei es schwer, qualifizierte Fachkräfte zu akquirieren, so der Messebauunternehmer. „Deshalb investieren wir heute und auch in Zukunft in die Ausbildung junger Menschen.“Die Hotelgruppe Novum Group setzt ebenfalls auf Ausbildung, um dem künftigen Fachkräftemangel entgegenzuwirken. „Wir bilden seit dem Jahr 2000 aus und haben in unseren bundesweit 24 Hotels insgesamt 45 Auszubildende“, sagt Geschäftsführer David Etmenan. Auch in der Hotel und Gastronomiebranche sei die Fachkräftesicherung eine große He­rausforderung. Etmenan betont vor allem die enge Bindung ehemaliger Auszubildender ans Unternehmen: „Wir stecken viel Energie in unsere Auszubildenden, weil sie voll und ganz unseren Anforderungen entsprechen und später die besten Mitarbeiter sind.“

Die demografische Entwicklung wird dazu führen, dass der Sicherung der Fachkräfte künftig eine noch größere Bedeutung zukommt. Viele ältere Arbeitnehmer scheiden in den kommenden Jahren aus dem Erwerbs­leben aus, und rückläufige Schulabgänger­zahlen werden die Nachwuchssicherung erschweren. Unternehmen aller Branchen und Größenordnungen werden diesen Druck zu spüren bekommen. Die Investition in den eigenen Nachwuchs über die duale Berufs­ausbildung ist eine der besten Strategien, um diesen Herausforderungen zu begegnen.“(hamburger wirtschaft, Ausgabe 03/2012, S, 43, A4781, Armin Grams)

Link zur Publication Seite 43

Info: Die Arbeitsgemeinschaft selbstständiger Migranten e.V. (ASM) unterstützt Unternehmer und Existenzgründer mit Migrationshintergrund. Zudem hat sie es sich zur Aufgabe gemacht, Betriebe dieser Zielgruppe für die duale Berufsausbildung zu gewinnen.

Info: Ömer Özgüc ist Geschäftsführer der hmb hanseatic messebau GmbH und ebenfells im Vorstand Hamburger Stiftung für Migranten. Die Fimra hmb hanseatic messebau wurde 1992 gegründet.

Kontakt: Telefon 36138766, E-Mail info@asm-hh.de, Internet www.asm-hh.de

hmb hanseatic messebau GmbH

 

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